Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt

Synagoge Höchst (Gedenktafel)

Objekt: Synagoge Höchst (Gedenktafel)
Standort: Ettinghausenplatz
Stadtteil: Höchst
Material: Aluminium
Entstehung: 2018
Aufstellung: 2018
Eigentümer: Stadt Frankfurt

Gestaltung:       Arbeitsgemeinschaft Geschichte und Erinnerung

Die Gedenktafel erinnert an die während der Reichspogromnacht zerstörte Höchster Synagoge. Das Jüdische Gotteshaus wurde am 9. November 1938 durch SA-Männer und Teile der Höchster Bevölkerung geplündert und in Brand gesteckt. 1939 riss man das ausgebrannte Gebäude ab und errichtete an seiner Stelle einen Hochbunker, der den Platz bis heute prägt und an dem die Tafel angebracht ist. Der Pogrom bedeutete einen tiefen Einschnitt für den Stadtteil Höchst, in dem jüdisches Leben eine lange Tradition hatte. Seit 1635 lebten hier nachweislich Familien jüdischen Glaubens, 1938 waren es knapp 200 Menschen.

Die 1905 errichtete Synagoge spiegelte auch das gewachsene Selbstvertrauen der Gemeinde in der wirtschaftlich prosperierenden, bis 1928 unabhängigen Stadt Höchst wider. Der markante Backsteinbau mit den zwei Zwiebeltürmen, den maurischen Fenstern und dem Davidstern über dem Hauptportal wies das Judentum als akzeptierten Teil der Stadtgesellschaft aus. Zu ihrer feierlichen Einweihung betonten auch Vertreter der Stadt und der christlichen Kirchen ihre Verbundenheit zu den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern – einer Verbundenheit, von der nur 33 Jahre später nichts mehr zu spüren war. Die Tafel erinnert an die kurze Geschichte der Synagoge und bildet den Bau in stilisierter Form ab. Sie geht auf das Engagement der Höchster Initiative Arbeitsgemeinschaft Geschichte und Erinnerung zurück, die sich seit Jahren für das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus einsetzt.


Text: Julius Reinsberg, 2018