Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt

Guiollett-Denkmal

Objekt: Guiollett-Denkmal
Standort: Taunusanlage
Stadtteil: Innenstadt
Künstler*in: Schmidt von der Launitz, Eduard
Material: Bronze und Sandstein
Entstehung: 1837
Aufstellung: Einweihung am 4. Dezember 1837. Zum Andenken an den Kommunalpolitiker Johann Jakob Franz Guiollett.
Eigentum von: Stadt Frankfurt
Jakob Guiollett (1746–1815) war als Beamter mit verschiedenen Bauvorhaben des Mainzer Erzbischofs Carl Theodor von Dalberg betraut und kam in dessen Auftrag 1806 schließlich auch nach Frankfurt, wo Dalberg zum Fürstprimas ernannt worden war. Unter anderem sollte Guiollett die 1802 beschlossene, aber nur schleppend vorankommende Schleifung der Stadtbefestigung voranbringen. In seiner 1806 erschienenen Denkschrift Bemerkung über die Schleifung hiesiger Festungswerke schlug er den Abriss des Festungsgürtels und die Anlage einer Promenade und eines englischen Landschaftsgartens vor – heute als „Wallanlagen“ bekannt. Ein Jahr später wurde er zum „Fürstlichen Commissarius bei dem fortzusetzenden hiesigen Festungsbau-Demolitions-Geschäfte“ ernannt. Die Umsetzung ist auf den vier Reliefs des Denkmals zu sehen: Hier sieht man Arbeiter, die die Mauern abreißen und den Park gestalten. 1808 erreichte Goethe die Freude seiner Mutter per Brief: „Die alten Wälle sind abgetragen, die alten Tore eingerißen, um die gantze Stadt ein Parck, man glaubt, es sey Feerrey.“
Guiollett wurden von Dalberg weitere Ämter übertragen, unter anderem wurde er von 1811 bis 1813 der Maire (Bürgermeister). Als Frankfurt wieder Freie Reichsstadt wurde, verlor er diese Ämter. Aber die Dankbarkeit der Frankfurter*innen hielt an. Nicht nur errichtete man ihm ein Denkmal, gefertigt von Eduard Schmidt von der Launitz; auch das Privileg einer Bestattung in den Wallanlagen, nahe beim Rechneigrabenweiher in der Obermainanlage, wurde ihm gewährt. Ferner trägt eine Straße im südlichen Westend seinen Namen.

Text: Christine Taxer 2021