Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt

Kolbe, Georg

* 15.04.1877  Waldheim (Sachsen)
+ 20.11.1947  Berlin

Georg Kolbe war der erfolgreichste deutsche Bildhauer in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Als Hauptexponent der idealistischen Aktplastik hat er seine Generation geprägt. Kolbe studierte zuerst in Dresden und München Malerei. Durch den Einfluss von Auguste Rodin und Louis Tuaillon kam er zur Bildhauerei. Seit 1903 lebte und arbeitete er sehr erfolgreich in Berlin. Wie sein großes Vorbild Aristide Maillol schuf Kolbe meist weibliche Aktfiguren aus Bronze, die einen klassischen und harmonischen Gleichklang von Körper und Seele verkörpern. Beispiele dafür sind die "Tänzerin" (1912), die "Sklavin" (1917), die "Pieta" (1930), die "Kniende" (1926) und  die "Niedersinkende" (1927). Daneben schuf er auch Porträtbüsten und Denkmalplastiken wie das "Beethoven-Denkmal" (1926-1947). Kolbes "Heine-Denkmal" von 1913 steht in Frankfurt in der Taunusanlage und im Rothschildpark "Ring der Statuen" 1954 (nach Kolbes Tod fertiggestellt).  Nach 1933 entwickelte er einen Hang zur Monumentalität und zum Heroischen. 1936 erhielt Kolbe den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt. Georg Kolbe genoss lange vor 1933 Weltruhm. Er wurde von den Nationalsozialisten gefördert und auch nach 1945 in Ost und West verehrt. Das Werk Kolbes kennzeichnet Brüche und einen problematischen Wandel zu Beginn der 30er Jahre. Das Beethoven-Denkmal ist Ausdruck dieses Wandels vom sensiblen Lyriker zum Pathetiker und Bildhauer, dessen neues Figurenideal von der NS‑Propaganda verwendbar war.

Ausführliche Biografie des Künstlers unter:

https://www.georg-kolbe-museum.de/georg-kolbe/biografie/