| Objekt: | Gedenktafel Sinti |
| Standort: | Markt 1 Stadthaus |
| Stadtteil: | Altstadt |
| Künstler*in: | Goertz, Jürgen |
| Material: | Bronze |
| Entstehung: | 2026 |
| Aufstellung: | 2026 |
| Eigentum von: | Stadt Frankfurt, Amt für multikulturelle Angelegenheiten |
Die Gedenktafel Sinti greift die Erwähnung der ersten Sinti in Frankfurt am Main vor über 600 Jahren auf. Angeregt wurde eine feste Erinnerungstafel zur 600-Jahr-Feier im Jahre 2018. Auf Initiative des Ortsbeirats, des Dezernats der Bürgermeisterin und des Kulturdezernats wurde die Tafel letztlich in Abstimmung mit dem Zentralrat der Sinti und Roma in Deutschland und dem hessischen Landesverband der Sinti und Roma beauftragt. Der Künstler Jürgen Goertz, der deutschlandweit durch seine oft auch sehr großformatigen Skulpturen bekannt ist, hat hier eine Bronzetafel geschaffen, die Versatzstücke mittelalterlicher Darstellungen von Sinti bei ihrem Einzug in die Stadt zeigt. Hintergrund für die Erwähnung in den Akten der Stadt waren die seit dem Mittelalter in Frankfurt abgehaltenen zwei Messen im Jahr– im Frühling und Herbst. Diese Messen boten nicht nur eine gute Gelegenheit, Waren aus aller Welt zu kaufen und zu verkaufen. Sie waren auch Anlaufpunkt für alle Schaulustigen des Umlandes. Im Laufe der Jahre kamen Musiker*innen, Schausteller*innen und Artist*innen von immer weiter her, um den Massen ihre Künste vorzuführen. Aus diesen Messen ging die heutige Dippemess hervor, die bis in die Nachkriegszeit noch in der Frankfurter Altstadt rund um den Römer stattfand. Erstmals wurde um das Jahr 1417 eine Gruppe Sinti in Frankfurt erwähnt. Sie hatten für die Herbstmesse eine Genehmigung erworben, als Musikant*innen auftreten zu dürfen. Der Text auf der Tafel lautet: „Die Stadt Frankfurt erinnert mit dieser Tafel an den ersten urkundlichen Nachweis von Sinti in der Stadt. Erwähnt wird ihre Ankunft in einem erhaltenen Dokument des Frankfurter Rates aus dem Jahr 1417.“ In dem Text sind die Buchstaben D, S und R groß hervorgehoben, ein Hinweis auf die Gruppe deutscher Sinti und Roma.
Weitere Infos: www.frankfurt.de/sinti-roma
Text: Nils Bremer, 2026