Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt

Goethe-Denkmal

Objekt: Goethe-Denkmal
Standort: Goetheplatz
Stadtteil: Innenstadt
Künstler: von Schwanthaler, Ludwig
Material: Bronze, Granitstufen am Sockel
Entstehung: 1844
Aufstellung: Aufstellungstag 22. Oktober 1844. Mit der Neugestaltung des Goetheplatzes 2008, wurde auch das neu restaurierte Goethe-Denkmal wieder an seinen angestammten Platz zurückgesetzt.
Eigentümer: Stadt Frankfurt
Imposant steht die Monumentalstatue des Dichterfürsten auf einem Sockel, der mit Reliefs verziert ist. Verschiedene Figuren – Allegorien und szenische Darstellungen – verweisen hier auf Goethes vielseitige, sich quer durch die Disziplinen ziehende Studien und bedeutendste Dramen, Romane und Dichtungen. Auch die Attribute, Schriftrolle und Lorbeerkranz, stehen für das Schaffen und den immensen Einfluss des Dichters in seiner Zeit – bis heute.
Von Ludwig von Schwanthaler erschaffen und 1844 eingeweiht, handelt es sich um das erste öffentliche Denkmal für Goethe überhaupt. Dabei reicht die Initiative zur Errichtung eines solchen Werks bis in das Jahr 1819 zurück: bis zu Goethes 70. Geburtstag, an dem sich im Rahmen eines Festmahls zu seinen Ehren ein eigenes Komitee gründete. Zunächst mit Vorschlägen von Weimar aus beteiligt, nahm Goethe bald jedoch Abstand wegen des „nationalen, die Vaterstadt überschreitenden Charakters“ – der Protagonist eines Nationaldenkmals wollte er nicht sein. Auch auf finanzieller Ebene geriet die Initiative ins Stocken, da die Spendenaufrufe nicht fruchteten; dies veranlasste Heinrich Heine zu Spott auf die Frankfurter Bürger*innen: „Ein Denkmal hat sich Goethe selbst gesetzt / Im Windelschmutz war er euch nah, doch jetzt / Trennt euch von Goethe eine ganze Welt“. Den Anstoß zur Fertigstellung des Projekts gab das erste monumentale Denkmal, das in einer deutschen Stadt für einen Dichter errichtet wurde: das Schiller-Denkmal in Stuttgart im selben Jahr – da wollte man in Frankfurt mitziehen. Zur Begeisterung der Einwohner*innen: Der Transport des fertigen Denkmals durch ihre Stadt 1844 glich einem Triumphzug.
Hundert Jahre später wurde das Denkmal bei einem Luftangriff beschädigt, seine Reste vergruben Frankfurter Bürger*innen zum Schutz vor Metalldieben. 1952 zunächst in der Gallusanlage wieder aufgebaut, wurde es nach seiner Restaurierung 2007 auf den Goetheplatz, seinen ursprünglichen Standort, versetzt.

Text: Christine Taxer, 2021