Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt

Gedenkstätte an der Frankfurter Großmarkthalle

Objekt: Gedenkstätte an der Frankfurter Großmarkthalle
Standort: Philipp-Holzmann-Weg
Stadtteil: Ostend
Künstler: KATZKAISER
Material: Beton, Backstein, divers
Entstehung: 2011-2015
Aufstellung: 22. November 2015
Eigentümer: Stadt Frankfurt / Kulturamt

Die Gedenkstätte an der Frankfurter Großmarkthalle erinnert an die Deportationen jüdischer Menschen aus der Stadt in den Jahren 1941 bis 1945. Die Großmarkthalle, im Jahr 1928 fertiggestellt und als zentraler Umschlagplatz für Obst und Gemüse in der Stadt konzipiert, diente der Gestapo als Sammelpunkt beim Massenmord an der jüdischen Bevölkerung Frankfurts. Insgesamt über 10.000 Menschen wurden in den Kellern des Baus zusammengetrieben und über den angrenzenden Güterbahnhof in die Konzentrationslager deportiert.

Die Gedenkstätte verbindet die erhaltene Topografie sowie Gebäude- und Bahnhofsteile mit 26 historischen Zitaten der Frankfurter Opfer der Shoah. Die Besucherinnen und Besucher werden auf ihrem Weg durch die Gedenkstätte von den Zitaten begleitet, die den Ablauf der Massendeportation vom erzwungenen Verlassen der Wohnung bis zur Abfahrt der Züge in die Konzentrationslager schildern. Die Worte sind in den mit schlichten Betonplatten gestalteten Weg eingeschrieben. Er führt von der Sonnemannstraße über eine Rampe in den Keller der Großmarkthalle und endet am ehemaligen Gleisfeld des Bahnhofs.

Da die Großmarkthalle als Teil des Neubaus der Europäischen Zentralbank besonderen Sicherheitsvorschriften unterliegt, unterteilt sich die Gedenkstätte in einen öffentlich zugänglichen Bereich entlang des Bahndamms am Philipp-Holzmann-Weg sowie einen Teil auf dem Gelände der Europäischen Zentralbank. Dieser ist ausschließlich im Rahmen von Führungen zugänglich, die regelmäßig vom Jüdischen Museum organisiert werden. Der von den Planern geplante direkte Zugang zu den Kellern über das neu errichtete Rampengebäude wird durch eine gläserne Wand verhindert.

www.juedischesmuseum.de/besuchen/grossmarkthalle-frankfurt/

Text: Dr. Julius Reinsberg, 2019