Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt

Kirchner-Denkmal

Objekt: Kirchner-Denkmal
Standort: Eschenheimer Anlage
Stadtteil: Innenstadt
Künstler*in: Petry, Heinrich
Material: Bronze-Büste auf Sockel, schwarzer Marmor
Entstehung: 1879
Aufstellung: Anlässlich seines 100. Geburtstages, am 14. Juli 1879.
Eigentum von: Stadt Frankfurt

„Er ist ein kluger Schelm, der klügste in Frankfurt.“ So äußerte sich Goethe über den Frankfurter Geistlichen, Historiker und Pädagogen Anton Kirchner (1779–1835), dem die Bronzebüste zum 100. Geburtstag errichtet wurde. An drei Seiten des Sockels sind Relieftafeln angebracht, die die Tätigkeitsbereiche Kirchners zeigen: Den Bereich der Kirche symbolisiert die Ekklesia mit Kreuz und Bibel, vor dem Turm der Katharinenkirche stehend; auf seine Studien zur Frankfurter Geschichte verweist Klio, die Muse der Geschichtsschreibung, mit Buch und Stift vor dem Dom; seine Lehrtätigkeit bringt die Lehrmeisterin der Kinder zum Ausdruck.
1801 bis 1811 war Kirchner Herausgeber des Bürgerblattes und 1803 bis 1804 Redakteur des Frankfurter Journals. Nachdem er in einem Zeitungsartikel 1804 die soeben geborene Tochter des Kaisers Franz II. als Mädchen bezeichnet hatte und nicht als Prinzessin, musste er seine publizistische Tätigkeit einstellen. Zeitgenossen strichen seine „wahrhast monströse Dickleibigkeit“ (W. Stricker, Allgemeine Deutsche Biographie 16, 1882, mit Quellen) heraus – wie auch seine Intelligenz und seinen Witz. So etwa Goethe (1824 zu Kanzler Müller; zitiert nach: Wikipedia), wie oben bereits erwähnt: „Kirchners Kopf passt nicht zu seinem Rumpf und Leib. Schleppte er nicht an letzterem eine so große Last herum, so würde er noch viel mehr Teufelszeug machen, noch viel lebendiger sein. Er ist ein kluger Schelm, der klügste in Frankfurt. Dort herrscht der krasseste Geldstolz, die Köpfe sind dumpf, beschränkt, düster. Da taucht nun auf einmal so ein Lichtkopf wie Kirchner auf!“

Text: Christine Taxer, 2021

Das Denkmal trägt folgende Inschrift:
ANTON KIRCHNER
GEB. DEN 14. JULI 1779
GEST. DEN 1. JAN. 1835
DEM GESCHICHTSSCHREIBER SEINER VATERSTADT ERRICHTET
VON SEINEN DANKBAREN MITBÜRGERN 14. JULI 1879.

KIRCHNERDENKMAL FÜR DEN EV. PFARRER UND GESCHICHTSSCHREIBER ANTON KIRCHNER 1779–1835 MIT SPENDEN DER FRANKFURTER BÜRGER 1879 NACH DEM ENTWURF DES BILDHAUERS HEINRICH PETRY ERRICHTET