Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt

Adorno-Denkmal

Objekt: Adorno-Denkmal
Standort: Theodor W. Adorno-Platz
Stadtteil: Westend
Künstler*in: Zakharov, Vadim
Material: Schwarzer Granit, weißer Marmor, Holz, Glas
Entstehung: 2003
Aufstellung: Eingeweiht am 10.10.2003 zum 100. Geburtstag von Theodor W. Adorno auf dem ursprünglichen Theodor W. Adorno-Platz. Versetzt an den heutigen Standort 2016.
Eigentum von: Dauerleihgabe der Stadt Frankfurt an die Goethe Universität

Mit dem Adorno-Denkmal zielt Vadim Zakharov auf ein bestimmtes Bild des Philosophen: Die Tradition des Moskauer Konzeptualismus aufgreifend, stellt er ihn durch die Dokumentation seiner Ideen dar. Entsprechend hat der Künstler bei der Einweihung 2003 den Schreibtisch und die auf ihm befindlichen Gegenstände als „den wahren Ausdruck der Persönlichkeit Adornos“ bezeichnet.
Gezeigt ist ein Arbeitsplatz mit Schreibtisch und Stuhl. Auf dem Schreibtisch liegt eine Ausgabe von Adornos Werk Negative Dialektik (1966), die das philosophische Werk repräsentiert – dass es zumeist des Nachts entstanden ist, verrät die Schreibtischlampe. Notenblätter und das schlagende Metronom greifen Adornos musiktheoretische und kompositorische Tätigkeiten auf.
Der umfangende Glaskubus wird von schwarzen und weißen, wie ein Labyrinth verlegten Platten gerahmt, in die Zitate aus den Werken Minima Moralia (1951) und Ästhetische Theorie (1970) eingraviert sind. Auf diese Weise erhalten die Betrachter*innen einen Einblick in Adornos Denken und werden zur Auseinandersetzung mit seiner Philosophie angeregt. Typische Würdeformeln wie Porträt, Sockel oder Geburts- und Todesdatum fehlen ebenso wie eine einleitende Erklärung zu den Zitaten.
Ursprünglich wurde das Denkmal in Bockenheim errichtet, jedoch transferiert, als der zentrale Platz auf dem Campus Westend in Theodor-W.-Adorno-Platz umbenannt wurde. Hier erinnert es auch an Adorno als Professor der Goethe-Universität und Direktor des Frankfurter Instituts für Sozialforschung (stellv. Direktor ab 1951, offizielle Leitung ab 1958). Von diesem Institut strahlte die Frankfurter Schule aus, die die hier begründete Kritische Theorie (anknüpfend an den Aufsatz Traditionelle und kritische Theorie von Max Horkheimer, 1937) vertrat.

Text: Christine Taxer, 2021