Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt

Lederer, Hugo

* 16.11.1871 Znaim
+ 01.08.1940 Berlin

Diese Biografie wird aktuell, im Rahmen eines vom Kulturamt der Stadt Frankfurt durchgeführten wissenschaftlichen Rechercheprojektes, überarbeitet. In diesem Projekt widmen wir uns historisch belasteten Bildhauern und historisch belasteten Kunstwerken. Es geht um Denkmäler, die im Fokus öffentlicher Debatten stehen und nach neuen Sichtweisen auf Nationalismus, Kaiserreich, Weimarer Republik und Kolonialismus fragen.

Das betrifft vor allem Künstler, wie Richard Biringer, Fritz Klimsch, Georg Kolbe und Richard Scheibe, die vor, während und nach der Zeit des Nationalsozialismus gewirkt haben, die vom NS-Regime anerkannt, gewürdigt und protegiert wurden.
Wir stellen unter anderem die Frage wie ihre Kunstwerke, die sie für den öffentlichen Raum in Frankfurt geschaffen haben, zu den verschiedenen Zeiten rezipiert wurden. Welche Wirkung entfalten sie heute im öffentlichen Raum? Wie lassen sich die Werke im Kontext einer veränderten Denkkultur und vor dem Hintergrund ihrer Entstehungsgeschichte vermitteln?



Text: Kulturamt Frankfurt, 2022

Der österreichisch-deutsche Bildhauer Hugo Lederer kam 1890-1892 nach Dresden, wo er Gehilfe von Johannes Schilling an der Akademie wurde. 1892 ging er nach Berlin, übernahm drei Jahre später ein Atelier und fertigte das Bronze-Relief "Heimkehr" an, durch das er 1893 bekannt wurde. Seinen ersten öffentlichen Auftrag mit dem Titel "Genius-Gruppe" (1898) bekam er von der Stadt Krefeld.1915 wurde er Lehrer an der Akademie der Bildenden Kunst in Berlin. Seine letzte Auftragsarbeit erteilte ihm 1936 die Familie Krupp. Zu seinen bekanntesten Werken zählen: "Liszt-Denkmal" (1900) Weimar; "Bismarck-Denkmal" (1901-1906), für die Elbhöhe, Hamburg; "Reiterstandbild Kaiser Friedrichs" (1911) für den Marktplatz, Aachen; "Bronzegruppe der Läufer" (1927-1928) Berlin; "Büste Richard Strauss" (1911) Staatliches Museum, Berlin.

Logo der Stadt Frankfurt am Main