Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt

Meyer, Adolf

* 17.06.1881 Mechernich

+  24.07.1929 Baltrum


Der Architekt und Designer Adolf Meyer war ein entscheidender Akteur des Neuen Bauens in der Weimarer Republik.
Der gelernte Tischler studierte an den Kunstgewerbeschulen in Köln und Düsseldorf, unter anderem bei Peter Behrens. 1910 wurde er Mitarbeiter bei Walter Gropius und war unter anderem maßgeblich am Entwurf der Fagus-Werke in Alfeld beteiligt, die heute als Ikone der Architektur der klassischen Moderne gelten.
Bis 1925 lehrte er als Meister für Architektur am Weimarer Bauhaus, vollzog dessen Umzug nach Dessau jedoch nicht mit, sondern ging nach Frankfurt am Main. Hier hatten Oberbürgermeister Ludwig Landmann und Stadtbaurat Ernst mit dem „Neuen Frankfurt“ im selben Jahr ein umfassendes Wohnungsbauprogramm angestoßen, das auf den Gebieten Architektur, Städtebau und Design internationale Maßstäbe setzte. Meyer übernahm die Architekturklasse der Frankfurter Kunstgewerbeschule sowie 1926 die städtische Bauberatung, die als eine Art ästhetische Kontrollinstanz einen einheitlichen Formenkanon für das Stadtbild definierte, der sich zum Beispiel in weitreichenden Bau-, Friedhofs- oder Reklameordnungen ausdrückte. Er steuerte außerdem als Architekt bedeutende Bauten zum Neuen Frankfurt bei – so zum Beispiel das Gaswerk Ost – und zeichnete für diverse kleinere Projekte verantwortlich, etwa das Kriegerdenkmal Preungesheim oder mehrere Brücken und Wehre, die im Rahmen der Nidda-Regulierung entstanden. Meyer starb 1929 bei einem Badeunfall und wurde in Frankfurt auf dem Hauptfriedhof beerdigt. Sein Grab hat sich nicht erhalten.

(Text: Dr. Julius Reinsberg, 2021)