Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt

Pendulum

Objekt: Pendulum
Standort: Mainzer Landstraße
Stadtteil: Westend
Künstler*in: Bury, Claus
Material: Aluminium
Entstehung: 1997
Eigentum von: DEG-Deutsche Gesellschaft für Immobilienfonds mbH
Pendel – laut Wikipedia sind das Körper, die an einem Punkt außerhalb ihres Massenmittelpunktes drehbar gelagert sind und um ihre eigene Ruheposition schwingen können: Dinge also, für die Bewegung typisch ist. Um an eine aus dem eigenen Leben bekannte Erfahrung anzuknüpfen, denke man etwa an die Wanduhr der Großeltern, deren stetiges Ticken ihr Weiterlaufen verrät, an die Schiffsschaukel in einem Vergnügungspark oder auch an das Foucaultsche Pendel, das die Erdrotation sichtbar macht.
Grundlegend ist die Vorstellung von Bewegung auch für die Skulptur von Claus Bury, Pendulum. Auf einem getreppten Rahmenbau ruhen zwei Streben: Etwas gekrümmt, sind sie gegenläufig aneinander gelegt; und diese Struktur ist leicht geneigt. So entsteht die Figur eines Pendels, das seine Ruheposition verlassen hat und in Schwingung geraten ist. Das Material, Aluminium, stellt eine Verbindung zum Gebäude der DEGI (Deutsche Gesellschaft für Immobilienfonds mbH) her, die die 1997 aufgestellte Skulptur auch gestiftet hat.
„Bewegung“ prägt allerdings nicht nur das Thema der Skulptur. Bewegen sich die Betrachtenden, umlaufen und durchschreiten sie die 21 Meter hohe Konstruktion, lässt sich diese unterschiedlich erleben: Von dem einen Standpunkt aus wirkt sie massig, von einem anderen aus filigran; sie schließt und öffnet sich, mal lässt sie sich wie ein Tor durchschreiten.
Indem Burys Skulpturen auch körperlich erfahrbare Raumkonstruktionen sind, haben sie eine architektonische Dimension – deshalb spricht man bei seinen Werken auch von „architektonischen Skulpturen“. Auch in anderen Werken des Künstlers sind Bezüge auf traditionsreiche Themen der Architektur und der Physik prägend, darunter die Fibonacci-Folge oder der Goldene Schnitt. Ein Beispiel hierfür ist die Skulptur Im goldenen Schnitt, die auf dem Baseler Platz anzufinden ist.
Text: Christine Taxer, 2021