Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt

Marshall-Brunnen

Objekt: Marshall-Brunnen
Standort: Taunusanlage
Stadtteil: Innenstadt
Künstler*in: Stadler, Toni
Material: Bronze und Muschelkalk
Entstehung: 1963
Aufstellung: Eingeweiht am 27. Oktober 1963 zum Gedenken an Georg C. Marshall (1888-1959).
Eigentum von: Stadt Frankfurt
Als Außenminister der USA hatte George C. Marshall 1948 den so genannten Marshall-Plan aufgestellt, um den Wiederaufbau Westeuropas zu unterstützen. Dieses Förderungsprogramm für die Wirtschaft bestand vor allem aus Krediten und der Lieferung von Gütern; an bestimmte Bedingungen geknüpft, bot es teilnehmenden Staaten Hilfe zur Selbsthilfe und trug in Deutschland maßgeblich zum Wirtschaftswunder bei. Für seine Initiative wurde Marshall 1953 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Kurz nach seinem Tod 1959 regte die Frankfurter Industrie- und Handelskammer den Bau einer Gedenkstätte an, um an seine Verdienste zu erinnern; finanziert wurde sie von Spenden Frankfurter Unternehmen. 1963 wurde der Marshall-Brunnen im Beisein hoher Gäste, darunter Bundeskanzler Ludwig Erhard und US-Außenminister Dean Rusk, eingeweiht. Geschaffen hat ihn der Bildhauer Toni Stadler, der übrigens von 1940 bis 1944 an der Städelschule Professor gewesen war.
Die drei Figuren stellen die drei Grazien aus der römischen Mythologie dar. Goethe hatte sie in Faust II als Personifikationen von „Geben“, „Empfangen“ und „Danken“ vorgestellt; seine Verse (5299–5304) stehen auf einer Steinplatte an der Brunnen-Nordseite:
„Aglaia:
Anmut bringen wir ins Leben;
Leget Anmut in das Geben
Hegemone:
Leget Anmut ins Empfangen,
Lieblich ist'S den Wunsch erlangen.
Euphrosine:
Und in stiller Tage Schranken
Höchst anmutig sei das Danken.“

Text: Christine Taxer, 2021