Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt

Monsterspecht

Objekt: Monsterspecht
Standort: GrünGürtel-Oberwald
Stadtteil: Sachsenhausen
Künstler*in: Waechter, F. K.
Material: Pappelholz
Entstehung: 2006
Aufstellung: 10/2006 Erstaufstellung; Zweitexemplar 04/2018
Eigentum von: Stadt Frankfurt, Umweltamt
"Buche und Specht,
das passt nicht schlecht.
Stadtwald und Lärm,
man hätt's anders gern."
Wie der menschengroße Specht da oben im Baum sitzt und mit seinem Schnabel auf ihn einhackt, könnte man glauben, er begebe sich in einen Wettbewerb mit den Flugzeugen. Diese donnern im Minutentakt über den Wald hinweg, zur Landung auf dem nahen Flughafen ansetzend.
Und tatsächlich hat Waechters Baumkunst Nr. 5 ihre Ursprünge in der Protestbewegung gegen die Startbahn West. Erstmals trat der Specht im Rahmen einer Großkundgebung 1981 in Wiesbaden in Erscheinung. Und zwar auf einem Aufkleber, den F.K. Waechter entworfen hatte; hier pickt er dem damaligen Innenminister in den Hinterkopf, umgeben vom Motto "Einigkeit + Specht + Freiheit". Auch auf eine riesige Spanplatte übertragen, fuhr der Vogel mit. Er breitete sich als Grafitti auf zahlreichen Wänden aus und war schließlich das Symbol der Protestbewegung geworden.
Die Startbahn West wurde letztlich gebaut – aber der von Andreas Rohrbach geschnitzte Monsterspecht lärmt fleißig weiter!

Der Karikaturist, Filmer und Autor F.W. Waechter hat eine ganze Serie von Zeichnungen erstellt, die Objekte in Bäumen zeigen, und sie der Stadt Frankfurt am Main geschenkt. Seit 2006 ist aus bislang sieben Zeichnungen Realität geworden, wobei das Frankfurter Caricatura Museum als Kooperationspartner fungierte. Alle Objekte von Waechters Baumkunst befinden sich im GrünGürtel:
Waechters Baumkunst Nr. 1: Eule im Norwegerpulli
Waechters Baumkunst Nr. 2: Struwwelpeter
Waechters Baumkunst Nr. 3: Monsterkinder
Waechters Baumkunst Nr. 4: Pinkelbaum
Waechters Baumkunst Nr. 5: Monsterspecht
Waechters Baumkunst Nr. 6: König der Eichhörnchen
Waechters Baumkunst Nr. 7: Dicke Raupe

Text: Christine Taxer, 2020