Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt

Heldenklage

Objekt: Heldenklage
Standort: Gallus-Anlage
Stadtteil: Bahnhofsviertel
Künstler: Elkan, Benno
Material: Schwedischer Marmor
Entstehung: 1913/1914
Aufstellung: 1920 eingeweiht im Auftrag der Stadt Frankfurt zum Gedenken an die Gefallenen des ersten Weltkrieges.
Eigentümer: Stadt Frankfurt, Kulturamt
Eine vom Schmerz zusammengesunkene, klagende Frauengestalt: Benno Elkan schuf mit dieser Skulptur ein Symbol der universellen Trauer um die unzähligen Opfer des Ersten Weltkriegs und handelte sich damit harsche Kritik der Nationalkonservativen ein. Die trauernde Mutterfigur entsprach so gar nicht den üblichen martialischen Kriegerdenkmälern der Weimarer Zeit. Zu sehr repräsentierte sie ein gebrochenes Deutschland und durch die Widmung "Den Opfern" wurde nicht nur der eigenen, sondern auch der gegnerischen Toten gedacht. Mit diesem Opferdenkmal blieb der Bildhauer seiner pazifistischen Linie treu und widersetzte sich auch während des Nationalsozialismus den propagierten Heldenkult in seinen Werken widerzugeben. Obwohl die Skulptur zerstört werden sollte, überstand sie unbeschadet den Zweiten Weltkrieg und wurde ein Jahr nach Kriegsende wieder eingeweiht.

Text: Nicola Netzer, 2015