Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt

Synagoge Unterlindau

Objekt: Synagoge Unterlindau
Standort: Unterlindau
Stadtteil: Westend
Künstler: Hüller, Edwin
Material: Bronze
Entstehung: 03.11.1988
Aufstellung: Zur Erinnerung an die Synagoge, die vom 9. auf den 10. November 1938 verwüstet wurde.

In der Straße Unterlindau befindet sich seit 1988 eine Gedenktafel, die an die dortige Synagoge erinnert. Sie ist 40 cm hoch und 40 cm breit. Die Inschrift lautet:

HIER IN DER UNTERLINDAU BEFAND SICH
SEIT 1893 EINE SYNAGOGE
DER ISRAELITISCHEN GEMEINDE.
DIE SYNAGOGE WURDE
IN DER POGROMNACHT
VOM 9. ZUM 10. NOVEMBER 1938 VERWÜSTET.

IN DIESER SYNAGOGE WIRKTE DER RABBINER
DR. JAKOB HOROVITZ (1873–1939).

1893 errichte die Israelitische Religionsschule e.V. eine Religionsschule und eine Synagoge im Westend, in der Gottesdienste nach konservativem Ritus stattfanden. Bis zur Einweihung der Westendsynagoge 1910 waren sie das Zentrum des jüdischen Gemeindelebens im westlichen Stadtgebiet. Die Schule besuchten jährlich 400-500 Kinder. 1908 wurde die Synagoge renoviert, 1925/26 erweitert. Seitdem bot sie bis zu 600 Personen Platz. Während der Novemberpogrome 1938 wurden Synagoge und Schule verwüstet und die Inneneinrichtungen zerstört. Nach der notdürftigen Wiederherrichtung fanden in der Synagoge noch bis 1941 Gottesdienste statt. Ab 1944 wurden die Gebäude von der Stadt Frankfurt vermutlich zur Unterbringung von Ostarbeitern genutzt.


Text: Franziska Kiermeier (Institut für Stadtgeschichte), 2018