Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt

Chlodwig-Poth-Anlage

Objekt: Chlodwig-Poth-Anlage
Standort: GrünGürtel-Sossenheimer Wiesen
Stadtteil: Sossenheim
Künstler: Poth, Chlodwig
Entstehung: 2003
Aufstellung: Oktober 2003
Eigentümer: Stadt Frankfurt, Umweltamt
Mann: „Streng genomme gehert e Weißdorn eichentlich net in e Grüngürtel.“
Frau: „Jetzt bringstes aber, die Rose hier innen Schrebergärte sin ja aach kaa Gürtelrose.“
Mann: „Da haste recht, ich seh des zu eng.“
Frau: „Genau.“

So der Dialog einer der Karikaturen, die in der Chlodwig-Poth-Anlage, am Ortsrand von Sossenheim, ausgestellt sind. Der namensgebende Zeichner und Schriftsteller war in diesem Stadtteil Frankfurts ansässig – und machte ihn auch zum Gegenstand seiner Titanic-Serie Last Exit Sossenheim. Voll von „Spießertum, Niedertracht, Haß, Dummbratzenhaftigkeit, Verschandelung des inneren und äußeren Lebens“, dokumentiert diese Serie dem Kollegen Hans Traxler zufolge „den Niedergang des Abendlandes, wenn nicht der ganzen Welt“ (zitiert nach: Monsterspecht und Dicke Raupe, Broschüre vom Umweltamt, 2010).
Hat man allerdings auf den Bänken Platz genommen – unter dem hundertjährigen Weißdorn, der diesen Lieblingsort Poths markiert – und lässt den Blick über Wiesen und Obstbäume, unter ihnen ein Speierling, bis nach Frankfurt schweifen, dann durchströmt hier Verwurzelte ein warmes Gefühl von Vertrautheit – und auf einmal auch echte Zuneigung zu den gezeichneten Figuren.

Linker Herr: „Wenn ich gefragt werde wo ich wohne sage ich jetzt immer: Sossenheim am Grüngürtel.“
Rechter Herr: „Klingt toll, wie bei einem Urlaubsort oder so.“
Linker Herr: „Eben.“

Text: Christine Taxer, 2020