Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt

Brickegickel

Objekt: Brickegickel
Standort: Alte Brücke
Stadtteil: Sachsenhausen
Künstler: Hüller, Edwin
Material: Roter Sandstein, Eisen
Entstehung: 1748 / 1967 / 1994
Aufstellung: Eingeweiht am 9. September 1994 durch Stadtrat Protzmann
Eigentümer: Stadt Frankfurt

Wie kommt es zu dieser Hahnenfigur mitten auf der Brücke?
Laut einer Sage hatte der Teufel dem Baumeister der Alten Brücke beim Bau geholfen und als Lohn das erste Lebewesen verlangt, das die fertige Brücke überquert. Kurzerhand trieb der Baumeister am Tag der Eröffnung also einen Hahn vor sich her. Wütend warf der Teufel daraufhin das Tier durch das Geländer der Brücke und verschwand. Ein Loch an der entsprechenden Stelle schien die Tat zu bezeugen (heute ist es allerdings zugemauert). Wie dem auch sei, jedenfalls kennzeichnet der Brickegickel die tiefste Stelle des Mains – hier wurden früher Gesetzlose ertränkt – und mahnt Mainschiffer zur Wachsamkeit.
Turbulent auch die spätere Geschichte des Brickegickel. Denn seit der Aufstellung im Jahr 1401 musste die Figur fünf Mal erneuert werden. Ein Sturm riss ihn vom Sockel, er fiel Kriegen zum Opfer... Während des Zweiten Weltkriegs etwa wurde die Alte Brücke gesprengt, um den Vormarsch der US-Armee aufzuhalten – zwar konnte das Kruzifix aus dem Fluss geborgen werden, es war jedoch stark beschädigt. Der Bildhauer Edwin Hüller fertigte 1967 die vierte Version des Hahns an. 1994 auch die fünfte – dieses Mal war der Brickegickel gestohlen worden.

Text: Hanna Neumann / Janine Hagemeister, 2017