Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt

Beethoven-Denkmal

Objekt: Beethoven-Denkmal
Standort: Taunusanlage
Stadtteil: Innenstadt
Künstler: Kolbe, Georg
Material: Bronze und Diabas
Entstehung: 1926 - 1947, 1948
Aufstellung: Am 16. Juni 1951 zum 1. Bundesfest des Allgemeinen Deutschen Sängerbundes eingeweiht.
Eigentümer: Stadt Frankfurt, Kulturamt

Die überlebensgroße Figurengruppe ist auf den ersten Blick nicht als Beethoven-Denkmal zu erkennen. Erst die Inschrift am Sockel gibt Aufschluss: "Dem Genius Beethoven". Somit ist die Figurengruppe als Allegorie der menschlichen Genialität zu verstehen. Beethoven wird allegorisch in athletischer Gestalt in der Mitte präsentiert. Kraftvoll und entschlossen ist er bereit, alles Widerstrebende beiseite zu schieben. Etwas nach hinten versetzt flankieren ihn die Genien, Schutzgeister in Frauengestalt aus der römischen Mythologie. Zu seiner Linken befindet sich "die Sinnende", zu seiner Rechten "die Rufende".
Über 20 Jahre, von 1926-1946, arbeitete Georg Kolbe an dieser gewaltigen Denkmalplastik  und verstarb, bevor er sie beenden konnte.  So blieb es ihm letztlich verwehrt, den finalen Zustand seines Lebenswerkes zu sehen.

Das Beispiel Georg Kolbe zeigt uns, wie dringend notwendig gerade heute ein differenziertes Urteil über Denkmäler ausfallen sollte. Dabei gilt es immer, jeden Einzelfall individuell und seine Entstehungsumstände zu betrachten. Unweit des Beethoven-Denkmals steht ein Spitzenwerk des frühen 20. Jahrhunderts: das Heine-Denkmal, 1912/13 ebenfalls von Georg Kolbe für Frankfurt geschaffen und 1933 teilweise zerstört. Vergleicht man die beiden Kunstwerke, dann ist der Absturz Kolbes in einen stereotypen Naturalismus unübersehbar. Das Beethoven-Denkmal gehört, wie im Übrigen auch die Figurengruppe „Ring der Statuen“ im Rothschildpark oder der Johann Friedrich Ludwig Christoph Jahn gewidmete Gedenkstein auf dem Lohrberg, zu den besonders interessanten, weil diskussionswürdigen Relikten der Frankfurter Denkmalkultur.

Text: Nicola Netzer, Kulturamt Frankfurt, 2015