Kunst im öffentlichen Raum Frankfurt

Ludwig Börne

Objekt: Ludwig Börne
Standort: Bockenheimer Anlage
Stadtteil: Innenstadt
Künstler*in: Mahr, Georg
Material: Bronze
Entstehung: 1963
Eigentum von: Stadt Frankfurt
„Er war ein Mensch, ein Bürger der Erde, ein guter Schriftsteller und ein großer Patriot“. Diese Worte Heinrich Heines stehen auf der 1963 errichteten Gedenktafel für Ludwig Börne (1786– 1837). Ausgewählt wohl auch wegen der Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Schriftstellern: In etwa gleich alt, waren beide jüdischer Herkunft und traten zum Christentum über; motiviert von Patriotismus, engagierten sich beide auch politisch; beide ließen sich schließlich in Paris nieder. So weit, so gut – auf der anderen Seite waren sie sehr unterschiedlich, wie die viel besprochene Fehde zwischen ihnen deutlich macht; aber diese Geschichte steht auf einem anderen Blatt.
Börne wurde im jüdischen Ghetto in Frankfurt als Juda Löw Baruch geboren. Zunächst als Beamter tätig, verlor er als jüdischer Bürger 1815 das Recht, ein Staatsamt zu bekleiden: Das französische Gesetz wurde mit dem Zusammenbruch der napoleonischen Herrschaft und dem Wiener Kongress abgeschafft. In der Folge ließ er sich evangelisch taufen und änderte auch seinen Namen in (Carl) Ludwig Börne.
Gleichzeitig nahm er seine Arbeit als Redakteur, Herausgeber und Mitarbeiter verschiedener liberaler Zeitungen auf. Von 1818 bis 1821 gab Börne Die Wage. Blätter für Bürgerleben, Wissenschaft und Kultur heraus, ein „Tagebuch der Zeit“. Um nicht weiterhin ständig mit der Zensur in Konflikt zu geraten, entwickelte er einen hintergründigen Schreibstil voll von Satire und Witz. Daher gilt er heute als Wegbereiter der literarischen Kritik und besonders des Feuilletons.
Zu den zahlreichen Ehrungen seiner Person zählen ein Preis, der in der Frankfurter Paulskirche seit 1993 an deutschsprachige politische Publizist*innen verliehen wird, eine Professur an seinem früheren Studienort, der Universität Gießen, sowie in Frankfurt die Benennung eines Platzes ab 1885 und ab 1996 einer Gedenkstätte an derselben Stelle: Gedenkstätte Börneplatz.

Text: Christine Taxer, 2021