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Philipp-Reis-Denkmal

  
Objekt: Philipp-Reis-Denkmal
Standort: Eschenheimer Anlage
Stadtteil: Innenstadt
Künstler: Hausmann, Friedrich (1860 - 1936)
Material: Kunststein
Entstehung: 1919
Aufstellung: Am 26. Oktober 1919 wurde der Grundstein gelegt.
Warum ausgerechnet in Frankfurt ein Denkmal für Johann Philipp Reis, den offiziellen Erfinder des Telefons? Tatsächlich hat der Friedrichsdorfer Lehrer lange Jahre im "Physikalischen Verein" in Frankfurt mitgewirkt und dort seine Erfindung am 26. Oktober 1861 das erste Mal öffentlich vorgeführt. Alexander Graham Bell, der in der angloamerikanischen Welt immer noch als Telefon-Erfinder gehandelt wird, hat seine Erkenntnisse zum Telefon aus Reis' Forschungsergebnissen ableitet. Über die Erfindung des Telefons berichtet Reis in seinem Lebenslauf: Durch meinen Physikunterricht dazu veranlasst, griff ich im Jahre 1860 eine schon früher begonnene Arbeit über die Gehörwerkzeuge wieder auf und hatte bald die Freude, meine Mühen durch Erfolg belohnt zu sehen, indem es mir gelang, einen Apparat zu erfinden, durch welchen es möglich wird, die Funktionen der Gehörwerkzeuge klar und anschaulich zu machen, mit welchen man aber auch Töne aller Art durch den galvanischen Strom in beliebiger Entfernung reproduzieren kann. - Ich nannte das Instrument "Telefon."

Das Jugendstildenkmal, ein Werk von Friedrich Christoph Hausmann, ging aus einem Wettbewerb hervor und erfuhr seiner Zeit sehr kontroverse Kritik. Dargestellt sind zwei nackte, telefonierende Jünglinge, dazwischen ragt eine Säule mit der Büste von Johann-Philipp Reis auf. Die Frankfurter Volkszeitung sah in den beiden Jünglingen, "die ihre Kleidung abgeworfen haben, um zum Telephon-Hörer zu greifen", nicht nur eine Gefährdung von Sitte und Anstand, sondern sie drückte mit ihrem "Befremden", warum "immer wieder die undeutsche, den Franzosen entlehnte nackte Kunst, bei urdeutschen Denkmälern zur Anwendung kommen müßte" eindeutig auch ihre chauvinistische Gesinnung aus.  
Auf den Gedenktafeln steht die Inschrift:

PHILIPP REIS
ERFINDER DES TELEFONS
GEBOREN ZU GELNHAUSEN 1834
GESTORBEN ZU FRIEDRICHSDORF 1874
ZUM GEDÄCHTNIS AN DIE ERSTE VORFÜHRUNG
SEINER ERFINDUNG IM FRANKFURTER PHYSIKALIENVEREIN
26. OKTOBER 1861
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(1) Frankfurter Volkszeitung 19.08.1919, 28.08.1919