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Florentiner-Brunnen

  
Objekt: Florentiner-Brunnen
Standort: Bockenheimer Anlage
Stadtteil: Innenstadt
Künstler: unbekannt
Material: Florentiner Marmor
Entstehung: 16. Jahrhundert
Aufstellung: 1952 in die Bockenheimer Anlage versetzt
Brunnen vereinigen seit der Antike Wasser und Gestaltung zu einem harmonischen Ganzen. Sie dienen damit sowohl einem praktischen als auch einem ästhetischen Zweck. Neben dem "Nebbienschen Gartenhaus" in der Bockenheimer Anlage, das der berühmte Architekt Salins de Montfort 1810 für den Verleger Marcus Johannes Nebbien erbaute, steht der aus dem 16. Jahrhundert stammende sogenannte "Florentiner Brunnen". Er ist eines der besonderen Schmuckstücke unter den Frankfurter Brunnenanlagen und kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken:

Ursprünglich zierte der Brunnen den Park der "Villa Waldfried" von Carl von Weinberg in Niederrad. Der sozial engagierte Kaufmann wurde, wie sein Bruder Arthur von Weinberg, im Nationalsozialismus aufgrund seines jüdischen Glaubens enteignet und verfolgt. Die im Tudor-Stil erbaute Villa ist im Krieg zerstört worden. Die Stadt Frankfurt kaufte das Gelände nach dem Zweiten Weltkrieg und machte daraus einen öffentlichen Park mit Kinderspielplatz. Der Brunnen wurde 1952, nach der Renovierung des "Nebbienschen Gartenhauses" und zur Erinnerung an die "Alt-Frankfurter Gartenkultur", in die Wallanlage, versetzt.

Seinen Namen verdankt der "Florentiner Brunnen" sicher nicht nur dem Marmorgestein aus dem er gearbeitet ist und das für seine Härte und die schöne Politur, die es annimmt, bekannt ist; sondern italienische Kunst dürfte auch Vorbild für die Gestaltung der Figuren gewesen sein. Auf der oberen Brunnenschale thront ein kleiner Amor, ein Putto, der einen großen Fisch im Arm hält. Seit das Original 1975 gestohlen wurde, befindet sich an dieser Stelle eine Nachahmung. Das Muschelbecken wird von Wasser speienden, nackten Wassernymphen getragen. Den unteren Abschluss bilden vier Seeungeheuer, die das Spiel des Künstlers mit mythologischen Figuren aus der Wasserwelt komplettieren.