Gedenkstätte Synagoge Friedberger-Anlage

  
Objekt: Gedenkstätte Synagoge Friedberger-Anlage
Standort: Friedberger Anlage 5/6 (Bunker)
Stadtteil: Ostend
Künstler: Garnhartner, Jeannette und Josef
Material: Schwarze Granitblöcke
Entstehung: 1988
Aufstellung: Eingeweiht am 7.11.1988. Zur Erinnerung an die am 9.11.1938 zerstörte, in den Jahren 1905-1907 erbaute Friedberger-Anlage-Synagoge.
Auf dem Vorplatz des Bunkers in der Friedberger Anlage 5/6 stand ursprünglich ein Gedenkstein mit einem Text in hebräischer Sprache:
HIER STAND DIE 1907 ERBAUTE SYNAGOGE DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGESELLSCHAFT. SIE WURDE IN DER PROGROMNACHT DES 9. NOVEMBER 1938 ANGEZÜNDET UND ZERSTÖRT.
Der Stein befindet sich heute im Portikus des Alten Jüdischen Friedhofs in der Rat-Beil-Straße. 1985 schrieb die Stadt Frankfurt einen Wettbewerb aus, um den Bunkervorplatz neu zu gestalten und damit auf die Friedberger-Anlage-Synagoge aufmerksam zu machen, die hier in den Jahren 1905-1907 erbaut und 1938 von den Nazis zerstört worden war. Im Krieg entstand auf dem Grundriss der Synagoge ein Bunker. Auf dem Vorplatz wurde 1946 eine Gedenkstätte angelegt, die seither nur im pflanzlichen Bereich verändert wurde. Im Wettbewerb, den der Magistrat der Stadt Frankfurt, für die Platzgestaltung ausschrieb, konnte sich das Konzept der Münchener Landschaftsarchitektin Jeannette Garnhartner durchsetzen. Die Gedenkstätte wurde am 7.11.1988 eingeweiht. Der Gedenkstein aus schwarzem Granit trägt die Aufschrift:
HIER STAND DIE
FRIEDBERGER-
ANLAGE-SYNAGOGE
WELCHE VON
NAZI-VERBRECHERN
AM 9. NOVEMBER 1938
ZERSTÖRT WURDE
HERE STOOD THE
FRIEDBER-
ANLAGE-SYNAGOGUE
WHICH WAS DESTROYED
BY NAZI CRIMINALS
ON THE 9 TH DAY OF
NOVEMBER 1938
In der Mitte befindet sich ein Gedenkstein, der von vier gleich großen Steinscheiben aus schwarzem Granit umrahmt ist. Zwei dieser Scheiben bilden eine Pforte zur Friedberger Anlage. Der Gedenkstein, die vier gleich großen Steinscheiben und zwei steinbildhauerisch nach dem Vorbild der ehemaligen Synagoge gearbeitete Säulenrudimente lassen mit den Rasenflächen und gerasterten Plattenbelägen einen Sakralraum entstehen. Dem Passanten am Straßenrand eröffnet sich eine Blickachse in das Zentrum der Gedenkstätte, über den Gedenkplatz hinaus bis zum Bunker. An der Fassade befindet sich ein Bandstahlgitter, das senkrecht nach oben führt und berankt ist. Ein weiteres Gestaltungsmerkmal ist die Bepflanzung mit Hecken und Säuleneichen.
Die Synagoge wurde am 29. August 1907 feierlich eingeweiht. In der Pogromnacht am 9. November 1938 von nationalsozialistischen Fanatikern zerstört. Auf dem Gelände erbauten 1942 französischen Kriegsgefangene den Bunker, den die Zivilbevölkerung als Schutzraum benutzte. Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949 ging der Bunker in deren Besitz über. In den 60er Jahren wurden seine Räume als Möbellager genutzt, bis der Bund sie als Luftschutzräume im Kriegsfalle umbauen ließ. Seit 1989 untersteht die Verwaltung des Bunkers der Stadt Frankfurt.