Ein Haus für Goethe

  
Objekt: Ein Haus für Goethe
Standort: Taunusanlage
Stadtteil: Innenstadt
Künstler: Chillida, Eduardo (1924 - 2002)
Material: Beton, Farbpulver und Kupferspäne
Entstehung: 1986
Aufstellung: Am 17. September 1986 wurde die Skulptur dem Magistrat der Stadt Frankfurt übergeben.
In der Taunusanlage, unterhalb von Georg Kolbes Beethoven-Denkmal, steht seit 1986 eine begehbare Skulptur aus Beton, die der baskische Bildhauer Eduardo Chillida ursprünglich aus Eisen anfertigen wollte, bevor er sich für Beton entschied. Chillida, der vor seinem Kunststudium vier Jahre Architektur studierte, verwendete erstmal 1974 Kunstbeton bei seiner Skulptur "Lugar de Encuentros V" vor dem alten maurischen Bisagra-Tor in Toledo. Seit den 1970er Jahren ist Beton als Werkstoff aus Kunst und Architektur nicht wegzudenken. Beton ist alles andere als langweilig und kalt. Seine Gestaltungsmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Er lässt sich gießen, färben, bemalen, schleifen und mit anderen Materialien mischen. Für "Ein Haus für Goethe" wurden dem Beton Farbpulver und feine oxydierende Kupferspäne beigegeben, um die grau-braune Farbgebung zu erzielen. Die raue Oberfläche entstand unter Mithilfe von grob zusammengefügten und gemaserten Holzverschalungen.

In Chillidas Auffassung von Skulptur stehen der Raum und seine Grenzen immer im Vordergrund. Dabei wird nicht die Form durch den Raum bestimmt, sondern umgekehrt die Räumlichkeit über die Objektform festgelegt. Die monumentale, 3 x 6 x 8 Meter große Skulptur ist nach vorne und oben offen. Gerade Flächen werden mit geometrischen Öffnungen kombiniert und bilden so einen halbgeschlossenen Raum. Zwei Flächen werden durch einen Bogen verbunden, der eine Brücke zwischen Raum und Zeit symbolisiert. Dies erinnert an die offene Apsis einer romanischen Kirche, in deren Mitte die letzte Ruhestätte Goethes liegen könnte. "Das Haus eines Mannes wie Goethe könnte nicht überdacht werden: Das Licht, das er suchte, wäre unter einem Dach verborgen", soll Chillida dieses Werk kommentiert haben.