Märchen- oder Schauspielhaus-Brunnen

  
Objekt: Märchen- oder Schauspielhaus-Brunnen
Standort: Untermain-Anlage
Stadtteil: Innenstadt
Künstler: Hausmann, Friedrich
Material: Tiroler Marmor und Bronze
Entstehung: 1901 - 1910
Aufstellung: Einweihung am 25. August 1910
Es lohnt sich, diesen Brunnen genauer zu betrachten: Die beiden Echsen aus Bronze zum Beispiel, die gerade aus dem Stein kriechen und misstrauisch um sich blicken. Oder die steinerne Nymphe ganz oben, für die eine 19-jährige Wäscherin aus Frankfurt-Niederrad Modell gestanden hatte.
Der Künstler Friedrich Hausmann, Städelschul-Professor, schuf den Jugendstil-Brunnen 1901-1910. Der Brunnen und das alte prächtige Schauspielhaus (in den 60ern abgerissen) dürften ein harmonisches Ensemble ergeben haben.
In den Weltkriegen wurde die Bronze eingeschmolzen und zu Waffen verarbeitet -eine tragische Misshandlung der Kunst, wenn man bedenkt, dass die Kunst des Jugendstil ein Versuch der Flucht vor der (industriellen) Realität war, indem sie sich der Mystik und dem Irrationalen zuwandte.
2005 wurden die Figuren anhand alter Fotografien rekonstruiert.

(Text: Kratz, 2014)