Familie von Holzhausen

  
Objekt: Familie von Holzhausen
Standort: Holzhausenpark
Stadtteil: Nordend
Künstler: unbekannt
Material: Sandstein
Entstehung: 1952
Aufstellung: Anlässich des 400. Todestages Hamann von Holzhausen am 30.10.1936. Stellvertretend für die gesammte Familie von Holzhausen. Stein wurde im 2. Weltkrieg zerstört und 1952 neu errichtet.
Betritt man den Holzhausenpark von der Justinan Straße aus kommend, steht am Wegrand rechts, in der Nähe des Weihers ein schlichter Naturstein zum Gedenken an das letzte Mitglied der Patrizierfamilie "Adolph von Holzhausen" (1866-1923). Als Adolph von Holzhausen starb, vermachte er der Stadt Frankfurt die Holzhausenstiftung: das "Holzhausenschlösschen" im Nordend, das "Holzhausen-Archiv" im Stadtarchiv, die "Holzhausen-Familienbildnisse" im Städel und die "Holzhausen-Bibliothek" in der Stadt- und Universitätsbibliothek. Nach der Familie wurde benannt: das Holzhausenviertel, der Adolph-von-Holzhausen-Park, die Holzhausen-, Hamman,- und Justinianstraße, die Holzhausen-Schule und das Holzhausenschlösschen. Die Familie von Holzhausen stammt aus Burgholzhausen vor der Höhe bei Bad Homburg bevor sie sich Mitte des 13. Jahrhunderts in Frankfurt niederließ.
Von 1245-1923 gehörte sie zu den angesehensten Familien Frankfurts ? seit 1754 trug sie den Beinamen Freiherr von Viele Familienmitglieder besetzten hohe amtliche Stellen. So waren in 700 Jahren etwa 70 mal Angehörige der Familie Bürgermeister, einige Stadtschultheiße, viele Gesandte auf Reichs,- Kreis- und Städtetagen. Als Kaufmannsleute verdiente sich die Familie ihren Unterhalt bis Ende des 15. Jahrhunderts. Danach lebte sie von der Verwaltung ihrer zahlreichen Landgüter und Lehen. Eine eigene Grabstätte befand sich seit 1313 in der Weißfrauenkirche und von 1477-1783 eine eigene kleine Grabkapelle neben der Peterskirche. Verschiedene Stadthäuser waren seit dem 14. Jahrhundert im Besitz der Familie Holzhausen: den "Pfulhof" am Rossmarkt, das "Haus zum Fürsteneck" an der Fahrgasse, das Haus "Zum Goldstein" und von 1493-1598 den "Trierischen Hof". Als Sommersitz nutzte die Familie die 1470 erworbene "Holzhausen-Öde". Dies war eine mittelalterliche Wasserburg im Norden der Stadt. Johann Hieronimus von Holzhausen (1674-1736) ließ das Anwesen von dem Darmstädter Architekten Louis Remy de la Fosse 1727/29 zu einem Wasserschlösschen umbauen.